Hinter REIDA (Real Estate Investment Data Association) steht ein nicht-profitorientierter Verein aus rund 30 Akteuren der Immobilienbranche, der sich die Transparenz auf die Fahne geschrieben hat. Während die Vereinigung bereits seit Jahren Standards für Finanzdaten setzt, hat sich der CO₂-Benchmark als standardisierte Methodik zur Berechnung von Umweltkennzahlen fest verankert.
Was ist der REIDA CO₂-Benchmark und der REIDA CO₂e-Report?
Der REIDA CO₂-Benchmark basiert auf einer standardisierten, schweizweit anerkannten Methodik zur Berechnung umweltrelevanter Kennzahlen. Die aggregierten Benchmarkwerte aus allen teilnehmenden Portfolios sind öffentlich, Benchmark-Teilnehmende erhalten zusätzlich einen REIDA CO₂e-Report für ihr eigenes Portfolio. Mehr dazu unter reida.ch.
Vorteile der Teilnahme:
- Vergleichbarkeit des eigenen Portfolios mit dem Markt
- Transparenz für Eigentümer, Investoren und weitere Anspruchsgruppen
- Nutzung der gleichen Kennzahlen, die von AMAS, KGAST und ASIP gefordert werden
- Möglichkeit, mehrmals jährlich einen CO2e-Report für das eigene Portfolio erstellen zu lassen, um Fortschritte oder Abweichungen zeitnah zu analysieren
- Einführung von sauberen Reporting-Prozesses in der Organisation basierend auf einem nationalen Standard
Die Datenlieferung erfolgt jährlich, wobei zwei Termine zentral sind:
- Ende Juli: Anmeldung zur Benchmark-Teilnahme
- Mitte September: Lieferung der Daten
Welche Daten werden benötigt?
Die Dateneingabe für den Report erfolgt üblicherweise über ein strukturiertes Excel-Template, das in vier Hauptbereiche unterteilt ist.

1. Portfolio- und Inventardaten
Neben allgemeinen Informationen zum Portfolio müssen für jede Liegenschaft spezifische Stammdaten erfasst werden:
- Adresse und Baujahr sowie das Jahr der letzten energetischen Sanierung.
- Status der Liegenschaft: Unterscheidung zwischen Bestand, Neubau, Ersatzneubau oder Objekten in Gesamterneuerung.
- Transaktionen: Dokumentation von Käufen oder Verkäufen während des Berichtsjahres.
2. Flächenangaben
REIDA bezieht sich primär auf die vermietbare Fläche, aufgeteilt nach Nutzungsarten. Fakultativ können auch die Energiebezugsfläche oder die Geschossfläche nach SIA angegeben werden.
3. Energiedaten
Energiedaten sind das Herzstück der REIDA-Dateneingabe. Pro Liegenschaft und Energieträger muss der Verbrauch für einen Zeitraum von idealerweise 12 Monaten erfasst werden. REIDA akzeptiert im Sinne der Abdeckung auch Zeiträume von 11 Monaten.
4. Energieproduktion
Fakultativ können Informationen zum produzierten Solarstrom angegeben werden. Hierfür werden die Produktion und der Anteil Eigenverbrauch an der Produktion erfasst.
Alphaprop unterstützt Eigentümer in der Energiedatenerfassung und der Aufbereitung für die REIDA Dateneingabe
- Erfassung von Energiedaten (z.B. automatisiertes Auslesen von Rechnungsdaten mittels KI)
- Berechnung der umweltrelevanten Kennzahlen nach AMAS/KGAST
- Aufbereiten der Daten für die Teilnahme beim REIDA CO2-Benchmark (Abfüllen das REIDA Templates)
- Berechnen des CO2-Absenkpfades auf Basis einer Sanierungsplanung
- Aufbereiten der Daten in einem interaktiven Analyse-Dashboard
Aufbereitung der Rohdaten
1. Datenerhebung
In der Regel stammen die Energiedaten aus einer von drei gängigen Quellen:
- Intelligente Messsysteme (z.B. Smart Meter): Die modernste Methode, bei der Zähler die Verbrauchsdaten automatisch an ein System übermitteln.
- Kundenportale der Energiewerke: Viele Energieversorger bieten mittlerweile digitale Schnittstellen oder Exporte an, über die Verbrauchsdaten direkt bezogen werden können.
- Energieabrechnungen: Die nach wie vor gängigste Methode ist die Erfassung über Abrechnungen. Dies kann händisch erfolgen oder durch den Einsatz KI-gestützter Algorithmen automatisiert werden
Besonders bei grossen Portfolios entsteht hier ein hoher Koordinationsaufwand, da Bewirtschaftungen und Versorger meist dezentral organisiert sind.
2. Harmonisierung und Aufbereitung der Daten
Sind die Rohdaten erfasst, so müssen diese harmonisiert und plausibilisiert sowie den korrekten Zählern pro Liegenschaft zugeordnet werden. Ein zentraler Schritt im Onboarding-Prozess ist die Erstellung eines sogenannten Messkonzepts. Dabei werden für jedes Objekt die spezifischen Messpunkte pro Energieträger definiert, um sicherzustellen, dass die Daten lückenlos zugeordnet werden können.
Spezialisierte Energiedatenverwaltungsplattformen wie co2lect ermöglichen zudem automatisierte Datenqualitätschecks. Dabei wird geprüft, ob:
- Duplikate vorhanden sind.
- Eingabefehler (z. B. verrutschte Kommas) vorliegen.
- Die Daten plausibel und vollständig sind.
3. Abfüllen des REIDA-Templates und Generierung weiterer Endprodukte
Sind die Daten sauber aufbereitet, kann daraus das REIDA-Template in einem Klick automatisiert abgefüllt werden. Dank der strukturierten Datenaufbereitung, lassen sich die gleichen Daten nutzen für:
- die Berechnung der AMAS‑, KGAST‑ und ASIP‑Kennzahlen
- interne ESG‑Dashboards
- strategische CO₂‑Absenkpfade
- Reportings und Geschäftsberichte
Damit entsteht ein durchgängiger Datenfluss, der deutlich über den REIDA-Report hinaus Mehrwert schafft.
Typische Herausforderungen bei der Datenerhebung
Heterogene Datenquellen: Der Prozess der Datenerfassung ist oft durch unterschiedliche Datenquellen geprägt. Eine Stromabrechnung funktioniert anders aus als die Erfassung von Ölständen und Öllieferungen.
Koordination mit verschiedenen Akteuren: Eigentümer arbeiten oft mit verschiedenen Bewirtschaftungen, die zuständig sind für die Energiedaten-Abrechnungen. Zudem kommen die Rechnungen von mehreren Energiewerken. Dies erfordert einen hohen Koordinationsaufwand.
Spezial-Liegenschaften: Einzelne Liegenschaften benötigen mehr Aufmerksamkeit und Plausibilitätsprüfungen, z.B. Liegenschaften mit Sondernutzungen, Liegenschaften im Miteigentum oder Liegenschaften mit verschiedenen Energieträgern.
Der REIDA CO₂-Benchmark bildet die Grundlage für eine transparente Aufbereitung von Nachhaltigkeitsdaten und ist heute ein zentraler Baustein des Nachhaltigkeitsreportings. Durch Automatisierung und klare Prozesse lässt sich der anfängliche Aufwand in einen langfristigen Mehrwert verwandeln.